Die Festtage fallen leider aus!

In Brockum gibt es keine Light-Version . Viertägiger Großmarkt vom 31. Oktober bis 3. November abgesagt . 462. Auflage erst im Jahre 2021 .

Erfreulich: „Den 462. Brockumer Großmarkt wird es geben.“

Weniger erfreulich: „Aber erst im nächsten Jahr.“

Bürgermeister Marco Lampe und Ordnungsamtsleiter Uwe Allhorn gaben gestern Vormittag im Lemförder Rathaus das Ergebnis einer internen Sitzung des Brockumer Rates aus dieser Woche bekannt: „Wir folgen dem Mitte Juni wegen der andauernden Corona-Krise von der Bundesregierung verlängerten Durchführungsverbot von Großveranstaltungen und sagen den von Samstag, 31. Oktober, bis Dienstag, 3. November, geplanten Brockumer Großmarkt ab.“

Der Entscheidung sei eine mehr als anderthalbstündige Diskussion vorausgegangen, betonte Lampe im Gespräch mit dieser Zeitung. „Alle elf Ratsmitglieder haben aus ihrer Sicht Für und Wider, Pro und Kontra der verschiedenen Marktbereiche aufgezeigt.“ Und Allhorn ergänzte, dass sich die Mandatsträger die Entscheidung nicht leicht gemacht hätten. Insbesondere sei befürchtet worden, dass bei einer abgespeckten Feier-Variante, einer sogenannten Light-Version des viertägigen Volksfestes, ein nur schwer reparabler Imageschaden hätte entstehen können.“

Mit der Absage müssen zum ersten Mal in der langen Geschichte des Brockumer Großmarktes mehr als 200.000 Besucher auf ihren jährlichen Bummel durch die engen Marktstraßen auf dem 70.000 Quadratmeter großen Feier-Areal verzichten, vielen Landmaschinenhändlern und anderen Gewerbetreibende wird die Chance genommen, ihre Neuheiten in den Gewerbezelten und in der angegliederten Landmaschinenschau zu präsentieren, und annähernd 400 Schaustellern und Betreibern von Fahrgeschäften wird wohl die letzte Möglichkeit in diesem Jahr fehlen, ihre corona-bedingte prekäre wirtschaftliche Lage ein wenig zu verbessern.

Während der jüngsten öffentlichen Sitzung des Brockumer Rates vor gut drei Wochen liefen bei den Mandatsträgern noch die Planungen für einen Großmarkt in der gewohnten Form, für ein „komplettes Volksfest“ quasi. Während der Diskussion über den Punkt wurde seinerzeit herausgestellt, dass sich der Rat eine Deadline bis Ende August gesetzt habe und sich dann näher mit der Gesamtsituation in Bezug auf die Auflagen für Großveranstaltungen befassen wolle. Dann solle eine Entscheidung über die Machbarkeit sowie das Risiko für die Gesundheit der Brockumer Bürger und der Marktbesucher getroffen und aus finanzieller Sicht über die Durchführung des Marktes entschieden werden.

Vor dem Hintergrund des verlängerten Durchführungsverbots für Großveranstaltungen sowie einer Zunahme von Anrufen skeptischer Aussteller in der Gewerbe- und Landmaschinenschau sowie Nachfragen von Touristikern in der angegliederten Tourismusmesse hat der Rat die Entscheidung jetzt um ein paar Wochen vorgezogen. „Mit der Absage schließen wir uns anderen Großveranstaltungen an“, betonte Bürgermeister Lampe und verwies unter anderem auf das Oktoberfest in München, den Stoppelmarkt in Vechta und den Blasheimer Markt im benachbarten Ostwestfalen.

Schwerpunktthema bei der Diskussion im Rat in dieser Woche war die Frage, welche Auswirkungen die Absage haben wird. Auf die Beschicker des Vergnügungsmarktes, auf die Aussteller in den Gewerbezelten und im Freigelände, auf die Geschäftswelt in der Region und auf die Brockumer Vereine. Zudem wurde eingehend darüber diskutiert, ob sich der mögliche Mehraufwand in Bezug auf Planungszeiten und Kosten irgendwie auszahlen würde. Trotz konträrer Standpunkte und Sichtweisen einigte sich der Rat auf den Konsens, dass der gecancelte Großmarkt 2020 alternativlos ist.

Von Gerd Scheland

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