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Strassen

Nervenkitzel, Gaumenfreuden und Musik

Die Brockumer Marktverantwortlichen wünschen sich für die 458. Auflage des Großmarktes ebenso volle Marktstraßen wie in den zurückliegenden Jahren. Fotos. Scheland

BROCKUM. Schon seit Wochen schlagen die Herzen der knapp über 1.000 Einwohner in der kleinen Ortschaft Brockum im Südzipfel des Landkreises Diepholz im Großmarkt-Takt. Das war schon bei früheren Generationen so und hat sich bis heute nicht geändert: Von Samstag, 29. Oktober, bis Dienstag, 1. November, schalten die Menschen am Fuße des Stemweder Berges diesseits der nordrhein-westfälischen Landesgrenze dann gänzlich auf Feier-Modus – zum offiziell 458. Mal inzwischen.

Pünktlich um 10.30 Uhr wird Bürgermeister Marco Lampe am kommenden Samstag die „fünfte Jahreszeit“ im erstmals von der Familie Brügging aus dem emsländischen Werlte bewirtschafteten großen Festzelt eröffnen. Natürlich haben sich der Ratsvorsitzende und seine Mitstreiter im Marktausschuss für die Eröffnung mit Freibieranstich, launigen Festreden, jazzigen Tönen der „Her(t)zschrittmacher“, Liedern des „Regenbogenchores“ und flotten Sprüchen des Comedians Jörg Hammerschmidt wieder eine Vielzahl von Ehrengästen eingeladen – aus der kleinen und großen Politik ebenso wie aus der heimischen Wirtschaft, von Behörden und Verbänden, Vertreter befreundeter Marktausschüsse und natürlich alle ehemaligen Mandatsträger.

Der Marktausschuss befindet sich schon seit Wochen im Markt-Fieber. Auch die beiden neu gewählten Ratsmitglieder Andro Schmalge und Michael Komnick Ebenso lange fordert auf Großplakaten, Flyern und Autoaufklebern ein verschmitzt wieherndes Pferd auf: „Dor moßt du hen“. Die fröhlich-freche Pferde-Karikatur hat sich längst als guter Werbeträger für den Brockumer Großmarkt bewährt. Immerhin kamen im vergangenen Jahr annähernd 250.000 Besucher der Aufforderung des Markt-Maskottchens nach. Für die am Samstag beginnende 458. Auflage liegen die Erwartungen der Verantwortlichen bei 200.000 Besuchern.

Den Reiz des Brockumer Großmarktes macht nach wie vor die besondere Konstellation, die wohldosierte Mixtur aus Nervenkitzel und Vergnügen, aus Informationen und Musik, aus Sehenswertem und Gaumenfreuden, aus Innovativem und Bewährtem aus. Einerseits gibt es einen vielfältig bestückten Krammarkt und einen Vergnügungsmarkt mit einer Vielzahl attraktiver Fahrgeschäfte. Andererseits eine witterungsunabhängige Gewerbeschau auf einer Zeltfläche von 3.5000 Quadratmetern und eine sehenswerte Landmaschinenausstellung mit Traktoren von 50 bis über 400 Pferdestärken, Bodenbearbeitungsmaschinen aller Art, Gartengeräten mit und ohne Motor, Solar und Photovoltaik, alternative Heizsysteme und, und, und…

Dazu kommen bereits im zwölften Jahr eine informative Tourismusmesse mit Ausstellern aus den schönsten Urlaubsregionen Deutschlands und Österreichs und am letzten Tag ein Viehmarkt mit Kultstatus und Magnetwirkung auf die Besucher. Neben einem florierenden Handel werden an dem Tage noch Geschäfte nach altem Brauch per Handschlag besiegelt.

Noch recht neu ist im Bereich zwischen Riesenrad und Viehmarktgelände eine von Zucht- und Vermarktungsprofis der Bayern-Genetik GmbH mitorganisierten Tierschau. Für die zweite Auflage des weiteren Standbeins mit Ausbaupotenzial versprechend die Organisatoren „ein noch bunteres und vielfältigeres Angebot an Qualitätstieren.“

Die ehrenamtliche Vorbereitung und Durchführung des großen Volksfestes lag und liegt nach wie vor in den Händen des elfköpfigen Gemeinderates. An der Spitze des Marktausschusses steht im fünften Jahr Bürgermeister Marco Lampe. Und der weiß, was auch schon seine Vorgänger wussten: „Alle echten Brockumer gehen drei Mal täglich auf den Markt – morgens, mittags…und abends sowieso.“
Nachdem der „Vergnügungsausschuss“ die Markierung der Plätze für Verkaufsstände und Fahrgeschäfte längst abgeschlossen hat, waren in den vergangenen Tagen die Verantwortlichen für die Landmaschinenschau im Einsatz. Sie haben die insgesamt mehr als 70 Plätze ausgemessen und mit Sägespänen abgestreut. Als die Zelte aufgebaut waren, wurden auch die Stellflächen für die Aussteller der Gewerbeschau und Tourismusmesse markiert.

Auf dem Viehmarkt-Gelände sind in den vergangenen Tagen bereits die Anbinde-Einrichtungen für das Großvieh installiert worden. Der Auftrieb von Rindern, Kälbern, Eseln sowie Klein- und Großpferden beginnt am Dienstag, 1. November, um 6 Uhr. Dann können auch die Käfige mit Geflügel und anderen Tieren aufgebaut werden. Thorsten Buschmann, mitverantwortlich für einen reibungslosen Ablauf des Viehmarktes, blickt dem finalen Markttag optimistisch entgegen.

Weitere Informationen gibt’s online: www.brockumer-grossmarkt.de








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Komm

Markteröffnung mal ganz anders

„Gentleman unter den deutschen Comedians“: Der Stimmenimitator und Entertainer Jörg Hammerschmidt trägt am Samstag, 29. Oktober, im Festzelt der Familie Brügging zum Gelingen der Eröffnungsfeier des 458. Brockumer Großmarktes bei. Tango und Swing in einem frischen Gewand: Die Lemförder „Her(t)zschrittmacher“ spielen bei der Markteröffnung Evergreens und Schlager, Rock´n´Roll-Klassiker, flotte Jazz-Nummern sowie Rock und Pop aus den letzten Jahren des vergangenen Jahrtausends.

BROCKUM. Auf den aus den Vorjahren gewohnten Big-Band-Sound müssen die Besucher der Eröffnungsfeier des Brockumer Marktes in diesem Jahr verzichten. Stattdessen sind am Samstag, 29. Oktober, beim Markt-Auftakt regionale Klangkörper und ein bekannter Comedian mit von der Partie.
Wenn Bürgermeister Marco Lampe die inzwischen (mindestens) 458. Auflage des viertägigen Volksfestes am Fuße des Stemweder Berges um 10.30 Uhr im erstmals von der Familie Brügging aus dem emsländischen Werlte bewirtschafteten Festzelt im südlichen Bereich des Feierareals mit gewohnt launigen Worten „anschiebt“, dann wird er musikalisch von heimischen Kräften unterstützt: Die „Her(t)zschrittmacher“ unterhalten die mehr als 500 Eröffnungsgäste mit jazzigen Klängen, und der Kinderchor „Regenbogen“ der evangelischen Kirchengemeinden Brockum, Burlage und Lemförde stellt sich mit Liedern vor, die so bunt sind wie die Farben des Regenbogens.
Zudem erhält der Brockumer Ratsvorsitzende in der Mittagszeit Unterstützung von einem namhaften Comedian und Entertainer: Jörg Hammerschmidt. Der aus Funk und Fernsehen bekannte Stimmenimitator schlüpft bei seinem Gastspiel in Brockum in Sekundenschnelle in die Stimme von Prominenten und erfüllt sie mit nahezu perfekter Mimik und Gestik des Originals. Hammerschmidt findet sofort den richtigen Draht zum Publikum und schafft dadurch schnell eine gelungene Atmosphäre. Dabei setzt er vor allem auf intelligenten und subtilen Humor.

Über 50 Prominente aus Showbusiness, Politik und Musik hat Jörg Hammerschmidt für die Besucher der Markteröffnung im Gepäck. Ihm kommt es besonderes darauf an, seine Auftritte mit zeitgemäßen Parodien zu gestalten, hautnah am Original zu sein, das aktuelle Tagesgeschehen aufzugreifen und den Puls des Publikums zu spüren. Der Comedian imitiert viele Prominente, bleibt aber dennoch er selbst. Der Stimmenimitator und Entertainer gilt als „Gentleman unter den deutschen Comedians“. Nicht nur im Inland, sondern auch bei Gastspielreisen durch Spanien, Portugal, Norwegen, durch die Schweiz, Österreich und Japan feierte Jörg Hammerschmidt bereits große (Lach-)Erfolge.

Der von Cordula Lindemann geleitete Kinder- und Jugendchor „Regenbogen“ steht mit seinem Auftritt bei der Markteröffnung vor einer großen Herausforderung. „Die etwa 20 Mädchen und Jungen sind schon ganz aufgeregt“, weiß Bürgermeister Lampe, „weil sie noch nie vor einem so großen Publikum aufgetreten sind.“ Zum Repertoire des bereits ein paar Jahre bestehenden Chores zählen kirchliche und weltliche Lieder – gesungen in Deutsch, Englisch oder in afrikanischer Sprache, mal mit, mal ohne instrumentale Begleitung. Lampe weist besonders darauf hin, dass der Regenbogenchor beim Auftritt während der Markteröffnung das von Antje Wellmann komponierte „Brockumer Marktlied“ singen wird.

Die Lemförder „Her(t)zschrittmacher“ servieren den Besuchern Tango und Swing in einem frischen Gewand. Das Quintett nimmt die Gäste der Eröffnungsfeier mit auf eine musikalische Reise durch die wunderbare Welt der Evergreens und Schlager sowie Film- und Musical-Melodien. Garniert ist die musikalische Weltreise mit Rock´n´Roll-Klassikern, flotten Jazz-Nummern, Samba-Klängen sowie Rock und Pop aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts.

Geredet wird bei der Markteröffnung natürlich auch. Bürgermeister Lampe heißt die Gäste willkommen, streift mit humorigen Worten die Eigenarten des Brockumer Traditionsmarktes und bringt mit mehreren gezielten Hammerschlägen das Freibier zum Strömen. Zudem werden Grüße des Landkreises Diepholz übermittelt. Dem feierlichen Eröffnungsteil im Festzelt schließt sich ein Gang über das Marktgelände an – durch die Gassen des Vergnügungs- und Krammarktes zur Tierschau, durch die Landmaschinenausstellung in die Gewerbezelte und von dort weiter in die Tourismusmesse. Ges








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Viehmarkt

Auftrieb beginnt um 6 Uhr und früher

Neben Rindern, Eseln, Schafen, Ziegen und Geflügel aller Art werden am Dienstag, 1. November, beim Brockumer Viehmarkt auch Exoten wie Lamas und Alpakas aufgetrieben. Fotos: Scheland

BROCKUM. Nicht nur alte Markthasen wissen, dass sie am Dienstag, 1. November, früh aus den Federn müssen. Schließlich ist Viehmarkt in Brockum, und den wollen Jung und Alt möglichst schon ab 8 Uhr mit allen Sinnen genießen. Erfahrungsgemäß ist das Gedränge in den Marktstraßen anschließend so groß, dass es kaum noch ein Durchkommen gibt.

Allein zum finalen Viehmarkt erwartet der Marktausschuss um Bürgermeister Marco Lampe weit mehr als 50.000 Besucher, die die besondere Atmosphäre des lebendigen Viehmarktes hautnah miterleben möchten. „Bei uns werden Geschäfte noch per Handschlag besiegelt“, nennt Marco Lampe eine Besonderheit des Viehmarktes. Zudem weist er auf die attraktive Tierschau hin, die zum zweiten Mal an allen vier Markttagen ganz in der Nähe des Viehmarktgeländes läuft.

Das Marktgeschehen erwacht am Dienstag schon zu nachtschlafener Zeit. Ab 6 Uhr beginnt der Auftrieb von Groß- und Kleinpferden, von Kälbern, Rindern und Kühen, Eseln, Ziegen und Schafen. „Frühzeitiges Erscheinen ist für die Händler wichtig“, weiß Thorsten Buschmann, der seitens des Rates inzwischen zum fünften Mal für die Organisation und Durchführung des Viehmarktes mitverantwortlich ist, „dann ist der Auftrieb noch wesentlich einfacher“.

Wenn die ersten Besucher kommen, beginnt in den Reihen der Großtiere und beidseits der Wege mit Geflügel und Kleintieren ein reger Handel. Manche Tiere wechseln schon kurz nach dem Auftrieb den Besitzer, bei anderen kommt es erst nach ausgiebiger Begutachtung und „zähen Verhandlungen“ zum erfolgreichen Geschäftsabschluss. Treffpunkt ist für Händler und Käufer dann zumeist ein Getränkestand, um das Geschäft nach kräftigem Händeschlag mit einem Kalt- oder Heißgetränk zu besiegeln.

Zwischen den Reihen mit Rindern und Pferden sowie den Käfigen mit Geflügel aller Art und einem Großangebot von Kleintieren mit Fell oder Federn bauen wieder eine ganze Reihe von Geschäften ihre Verkaufsstände mit überwiegend nützlichen Dingen „rund ums Tier“ auf: Satteldecken, Trensen, Leinen und echte Felle sind in Brockum ebenso zu haben wie ein großes Sortiment an Pflegeartikeln für Nutztiere. Und auch Besuchern, die brennende Füße haben oder ein Kratzen im Hals verspüren, kann ebenfalls mit den entsprechenden Mitteln geholfen werden.

Schon Vergnügungs- und Krammarkt, Gewerbeschau, Landmaschinenausstellung und Tourismusmesse sind in Brockum einen Besuch wert, doch die Atmosphäre des Viehmarktes ist nach wie vor etwas ganz Besonderes. „Die Bedeutung des Viehhandels auf Märkten ist zwar insgesamt rückläufig“, weiß Bürgermeister Marco Lampe, „doch bei uns hat der Viehmarkt für Händler und Besucher bisher kaum etwas von seiner Anziehungskraft eingebüßt“.

Am finalen Viehmarkt-Dienstag sind Gewerbeschau, Landmaschinenausstellung, Tourismusmesse und Tierschau bereits ab 8 Uhr geöffnet. Von Samstag bis Montag können sich Besucher dort von 10 bis 20 Uhr informieren. Beim „Familientag“ am Montag wird für den Bummel durch die Gewerbezelte kein Eintritt erhoben. ges








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ML

Bekömmlich wie ein Marktbesuch

Guten Freunden kredenzen die Brockumer Marktverantwortlichen gern etwas Besonderes – ein Fläschchen „Stutenpisse“ beispielsweise. Foto: Scheland

BROCKUM. Die Idee, für den Brockumer Großmarkt ein spezielles Getränk mit Identitätsfaktor zu kreieren, fanden alle gut, bei der Namensgebung gab es vor zwölf Jahren aber Schelte von vielen Seiten. Kaum jemand konnte und wollte sich mit der Bezeichnung „Brockumer Stutenpisse“ anfreunden. Initiatoren, Lizenzgeber und Vermarkter hielten dennoch an dem Namen fest.

Viele verzogen damals das Gesicht, wenn ihnen ein Gläschen oder Fläschchen des 32-prozentigen Kräuterbrandes angeboten wurde. Nach dem Genuss des ersten Glases der goldgelben Spezialität änderte sich das aber schlagartig. Inzwischen gehört „Stutenpisse“ zum Brockumer Großmarkt wie die vielen Beschicker, Aussteller und Besucher.

Die „Brockumer Stutenpisse“ wird seit 2004 in einem sorgfältigen Verfahren mit geheimer Rezeptur hergestellt. 2006 gab es eine kleine Rezepturveränderung. Die ungewöhnliche geschmackliche Prägung basiert insbesondere auf der Zugabe mazerierter und perkolierter Kräuteressenzen aus Ingwer, Galganwurzel, Muskatnuss, Lorbeer, Zimt, Nelken, Pomeranzschalen und Veilchenwurzeln.
Den beigefügten Essenzen werden übrigens viele nützliche Eigenschaften zugesprochen. Ingwer soll beispielsweise einen „positiven Einfluss auf Magen und Darm“ haben, und Muskat wird eine „fördernde Wirkung auf das Liebesleben“ nachgesagt.

Seit 2006 wird der 32-prozentige Halbbitter in der Kornbrennerei Wollbrink in Bersenbrück produziert und abgefüllt. „Er ist mindestens so bekömmlich wie ein Besuch auf unserem Großmarkt“, wirbt Ex-Bürgermeisterin Ingrid Thrien bis heute für den halbbitteren Tropfen, und auch ihr Nachfolger Marco Lampe vertritt die These, „dass der Besuch unseres Marktes und mindestens ein Gläschen ,Stutenpisse´ unumstößlich zusammen gehören.“ All jenen, die den Namen für das kultige Marktgetränk nicht in den Mund nehmen mögen, rät der Bürgermeister: „Bestellt doch einfach eine Urinprobe vom Pferd!“

Die Beliebtheit des Halbbitters hat bei den Märkten der jüngsten Vergangenheit so sehr zugenommen, dass es schon vorgekommen ist, dass spätestens am finalen Viehmarkt-Dienstag auf dem gesamten Feierareal kaum noch „Stutenpisse“ zu bekommen war. Während in den vergangenen Jahren gegenüber dem Tourismuszelt immer ein Probier- und Verkaufsstand aufgebaut war, können „Stutenpisse“ und passende Gläser in diesem Jahr nur in der Marktleitung und im „Scheunen-Café“ der Familie Lammert erworben werden.

Schnell zu einem Renner hat sich auf dem Markt eine Mix-Variante des Halbbitters entwickelt: Das Heißgetränk „Fliegende Pferde“ ist ein gut schmeckender Punsch aus gewürztem, warmen Apfelsaft, verfeinert mit einem ordentlichen Schuss „Stutenpisse“.

Weitere Informationen unter www.brockumer-stutenpisse.de. Von der Internetseite kann auch das Punsch-Rezept heruntergeladen werden.








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Kai

TSV Brockum

Dienstplan-Erstellung mit EDV-Unterstützung: Kai Henke, im zehnten Jahr Vorsitzender des TSV Brockum, investiert viel Freizeit in die Organisation der TSV-Beteiligung am Brockumer Großmarkt. Foto: Scheland

BROCKUM. Viele Brockumer wechseln in den nächsten Tagen vom Alltags- in den Feier-Modus. Ist ja Großmarkt, offiziell der 458. Inzwischen. Für mindestens 70 Mitglieder des örtlichen Sportvereins stehen die Zeichen während des viertägigen Volksfestes allerdings auf ehrenamtlicher Arbeit. Sie sind für den Schichtdienst in den beiden nebeneinander stehenden Getränkewagen des TSV auf dem 70.000 Quadratmeter großen Feier-Areal eingeteilt.

Jahr für Jahr sorgen freiwillige Helferinnen und Helfer aus den eigenen Reihen dafür, dass sich im TSV Brockum Einnahmen und ständig steigende Ausgaben die Waage halten. „Auch das laufende Berichtsjahr wollen wir mit einer schwarzen Null abschließen“, hat Vorsitzender Kai Henke die durch den Getränkeverkauf eingehenden Erlöse fest auf der Einnahmenseite für den Sportverein eingeplant.

Vom Brockumer Großmarkt profitieren also nicht nur die Besitzer der Parkflächen rund um das Marktgelände, sondern seit Jahrzehnten sind auch örtliche Vereine Nutznießer der viertägigen Großveranstaltung am Fuße des Stemweder Berges. Wie beispielsweise der TSV, der von Samstag, 29. Oktober, bis Dienstag, 1. November, inzwischen im 40. Jahr zwei Getränkewagen bewirtschaftet. Direkt gegenüber öffnet der Schützenverein seine Räumlichkeiten für Marktbesucher – allerdings längst noch nicht so lange wie der TSV. Konkurrenzdenken steht bei den Verantwortlichen beider Vereine übrigens ganz hintenan. „Wir arbeiten partnerschaftlich zusammen“, betont Kai Henke. Und freut sich, dass dem TSV während des Marktes nach wie vor der Schießstand als Lagermöglichkeit zur Verfügung steht.

1977 wurde in den TSV-Reihen erstmals darüber philosophiert, dass vom ständig wachsenden Großmarkt eigentlich auch der Sportverein profitieren könne. Entsprechende Anfragen an die Gemeindevertreter endeten positiv. An der TSV-Spitze stand damals Heinzdieter Thrien, die Finanzen wurden von Fritz Kynast verwaltet. „Andere hatten damals die Idee, ich einen Wust an Arbeit“, erinnert sich Kynast noch gut an die Anfänge. Sehr engagiert war bei der Umsetzung der Idee in den Anfangsjahren auch Willi Richmann. „Er hat meist mehrere Schichten gekloppt“, so der frühere Schatzmeister.

Zunächst startete der TSV mit einem Getränkewagen, drei Jahre später wurden es dann zwei. Der Preis für ein Glas Bier lag damals bei einer Mark. „Zwischenzeitlich haben wir auch einen Präsentationswagen der Barre-Brauerei getestet, das hat sich aber nicht bewährt“, blickt Kai Henke auf die Anfänge zurück. „Folgerichtig sind wir ganz schnell wieder zu den normalen Getränkebuden zurückgekehrt“. Erster Getränkelieferant war Friedrich Eigenbrodt aus Haldem, heute arbeiten die TSV-Verantwortlichen Hand in Hand mit Getränke-Meyer in Lembruch.

Schon die Vorbereitungen erfordern von den TSV-Verantwortlichen ein Höchstmaß an logistischem Aufwand. So ist es aktuell beim Vorsitzenden Kai Henke und seinem Vorstandsteam, so war es auch schon zu Zeiten der Vorsitzenden Heinzdieter Thrien, Dieter Potthast und Friedhelm Koch. „Los geht es in der Regel gleich nach den Sommerferien im August“, betont der 45-Jährige. „Dann laufen die Verhandlungen mit den Lieferanten und die Werbung in den eigenen Reihen an, um möglichst viele Mitglieder für den ehrenamtlichen Dienst während der Markttage zu motivieren.“

Für den Eröffnungstag muss der Vorstand beispielsweise eine Früh-, Spät- und Nachtschicht mit jeweils fünf bis acht Helfern besetzen. „Die sind dann immer fünf bis sechs Stunden im Einsatz, bevor sie abgelöst werden. Dazu kommt ein fester Betreuer, der sich um den Nachschub und das Leergut kümmert und wenn es nötig ist, auch mal Spüldienst übernimmt“, beschreibt Henke die Abläufe. Auch in diesem Jahr beginnt der Aufbau am Freitag vor der Markteröffnung, und der Abbau läuft am Tage nach dem finalen Viehmarkt. Dann wird das gesamte Equipment wieder für ein Jahr im TSV-Depot auf dem Hof Hafer eingelagert.

Ärgerlich ist für Henke der jährliche Glasbruch. „Zwischen 400 und 800 Gläser können wir meist abschreiben“, bedauert der Vorsitzende, „doch trotzdem bleibt jedes Jahr finanziell was hängen, von dem wir einen Großteil unserer Vereinsausgaben bestreiten können.“ Die Helfer sind übrigens auf jedes Wetter eingerichtet. „Wenn die Sonne scheint, laufen Kaltgetränke am besten, wenn die Temperaturen runtergehen, werden verstärkt heißer Winterapfel oder Glühwein nachgefragt“, weiß Henke. Und erinnert sich an ein paar Anekdoten aus früheren Jahren – an einen Einbruch beispielsweise, bei dem die Täter einen Großteil des Spirituosenvorrats entwendeten und nie gefasst wurden und an ein Jahr, in dem es so frostig war, dass vier morgens angesteckte Fässer abends noch nicht leer waren, weil die Leitungen immer wieder zufroren… ges








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Strom

Seit Jahrzehnten „Herr des Stroms“

Energie für den Brockumer Großmarkt: Auf Geschäftsführer Bernd Henke und seine Mitarbeiter Carsten Dreyer und Thomas Uhe (von rechts) warten bei der Stromversorgung des viertägigen Volksfestes in den nächsten Tagen wieder umfangreiche Arbeiten. Foto: Scheland

BROCKUM. Jahr für Jahr laufen bei Bernd Henke die Fäden der Energieversorgung für den Brockumer Großmarktes zusammen. Der Geschäftsführer der Henke Elektrotechnik und Unterhaltungselektronik GmbH mit Sitz in der kleinen Südkreis-Ortschaft ist für den geschichtsträchtigen Großmarkt mit seiner mindestens 458-jährigen Tradition und insbesondere für dessen Beschicker schon von jeher der „Herr des Stroms“. Wie zuvor auch schon sein Vater, der Firmengründer Heinrich Henke.

Der Brockumer Fachbetrieb ist mit dem Großmarkt gewachsen. Während in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Firmengründer allein die notwendigen Strippen für die Stromanschlüsse der Krammarkt-Beschicker und Betreiber der Fahrgeschäfte verlegte, sind heute neben dem Firmeninhaber selbst noch weitere elf Fachkräfte mehrere Wochen im Einsatz – vom Aufbau über den viertägigen Marktbetrieb bis zum Abbau.

„In früheren Jahren stand lediglich ein Trafo für die Gesamtversorgung des Marktes zur Verfügung“, erinnert sich Henke an längst vergangene Zeiten. „Damit früher genügend Strom zur Verfügung stand, musste ein größeres Brockumer Unternehmen in Marktplatznähe während des Volksfestbetriebes sogar seinen Energieverbrauch runterschrauben“, schmunzelt er.

Mit der Weiterentwicklung des Großmarktes hat auch der Stromverbrauch kräftig zugenommen – insbesondere im Bereich der Festzelte. „Dort ist der Verbrauch von morgens bis in die Nacht konstant, während die größeren Fahrgeschäfte immer nur für einen kurzen Zeitraum die maximale Power benötigen“, beschreibt Henke das Abnahmegeschehen während der vier Markttage. Allerdings müsse immer die Maximalleistung vorgehalten werden, deswegen gebe es inzwischen drei 10-kV-Einspeisungen mit insgesamt sechs über das mehr als 70.000 Quadratmeter große Feierareal verteilte Transformatoren. Die vorgehaltene Gesamtleistung beträgt aktuell 4.600 kVA. „Der Gesamtverbrauch liegt an allen vier Tagen bei 120.000 kWh, das entspricht einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von gut 30 Haushaltungen“, weiß der 63-Jährige.

Weil die Arbeiten rund um den Markt gerade in jüngster Vergangenheit rapide zugenommen haben, hat Henke gemeinsam mit einem befreundeten Fachbetrieb aus dem benachbarten Stemwede vor zwei Jahren die Henke Strom XXL GbR gegründet, „nur für den jährlichen Marktauftrag, für nichts anderes.“ Das macht Sinn, schließlich kommen auch in diesem Jahr wieder weit mehr als 1.000 Arbeitsstunden zusammen.

Henke erinnert sich, dass die letzte größere Investition der Gemeinde in die Energieversorgung des Marktgeländes knapp zehn Jahre zurückliegt. „Eigentlich ist in jeder Dekade einmal in den wichtigen Bereich für einen reibungslosen Ablauf des Marktgeschehens investiert worden“, ergänzt er. Als wesentliche Arbeiten vom Auf- bis zum Abbau nennt er die Installation der Beschallungsanlage und der Beleuchtung für das gesamte Freigelände, die Verkabelung der Zelte und die Verlegung von etwa 400 Anschlüssen für alle Beschicker des Kram- und Vergnügungsmarktes. „Zwei Kilometer Kabel müssen dabei verlegt werden, aus jeweils 35 fest installierten und mobilen Verteilerkästen“, nennt Henke beeindruckende Zahlen.

Zum Marktauftrag zählt für den Geschäftsführer natürlich auch eine ständige Präsenz seiner Beschäftigten während des viertägigen Großmarktbetriebes. Eigens für den Bereitschaftsdienst steht den Fachkräften im westlichen Bereich der früheren Umkleiden auf dem Marktgelände ein kleines Büro zur Verfügung. „Von der Eröffnung am Samstag, 29. Oktober, bis zum finalen Viehmarkt am Dienstag, 1. November, stehen immer vier bis fünf Mitarbeiter für eventuelle Notfälle bereit“, verspricht Henke. ges








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Daniel Hempe

„Habe gleich zugesagt!“

Passionierter Geflügel- und Kleintierzüchter: Seit 2014 organisiert der 29-jährige Daniel Hempe aus Wagenfeld den Brockumer Viehmarkt. Foto: Scheland

BROCKUM. Die Organisation des finalen Viehmarkttages ist bei den Brockumer Marktverantwortlichen Jahr für Jahr mit besonders umfangreichen Vorbereitungen verbunden. Deswegen haben sich Bürgermeister Marco Lampe und seine Mitstreiter aus dem Rat 2014 erstmals externes Know-how mit ins Boot geholt.

Für die am Samstag, 29. Oktober, beginnende und am Dienstag, 1. November, ausklingende 458. Auflage des bedeutenden Volksfestes liegt die Organisation des Viehmarktes bereits zum dritten Mal in Folge in den Händen des 29-jährigen Wagenfelders Daniel Hempe. Er ist gelernter Landwirt, auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Damme beschäftigt, von Kindesbeinen an passionierter Geflügel- und Kleintierzüchter und kennt sich als jahrelanger Kleintier-Händler bestens mit der Organisation von Viehmärkten aus. „Ein besonderer Dank gilt meinem Arbeitgeber, der mir immer frei gibt, wenn ich für die Brockumer im Einsatz bin“, freut sich Hempe.

„Der Einsatz für die Brockumer macht Spaß, zumal ich den vollen Rückhalt vom Marktausschuss habe“, zieht der Geflügel-Experte als Fazit aus der jetzt dreijährigen Zusammenarbeit. Er erinnert sich noch ganz genau an das Zustandekommen der Kooperation: „Der seitens des Rates für den Ablauf des Viehmarktes verantwortliche Thorsten Buschmann hat mich Mitte 2014 angesprochen, ich habe gleich zugesagt und bin sofort mit den Vorbereitungen gestartet. Anlaufprobleme hat es so gut wie keine gegeben.“

Der 29-Jährige überlegt nicht lange, als er nach der Zahl der Tiere gefragt wird, die am kommenden Dienstag in Brockum aufgetrieben beziehungsweise zum Verkauf angeboten werden: „Weit über 10.000 – vom kleinsten Ziervogel über Frettchen und Nager bis hin zum Kaltblüter.“ Beim Großvieh rechnet Hempe mit etwa 150 Tieren – Rinder, Ponys, Großpferde, Esel, Schafe, Ziegen, Lamas und Alpakas. „Den Großvieh-Auftrieb kann man nie genau vorhersagen, weil sich die Händler nicht vorher anmelden. Sie entscheiden sich meist spontan. Bei gutem Wetter sind es mehr, bei widriger Witterung etwas weniger.“

Bei Hempe laufen die Fäden für den kompletten Viehmarkt zusammen – von der Anmeldung über den Aufbau bis zum Abbau der Verkaufsstände. In den nächsten Tagen misst er die zwischen zehn und 150 Quadratmeter großen Standflächen für die mehr als 30 Geflügel- und Kleintierhändler ein, die bis aus Gütersloh, Borken und Cloppenburg anreisen. „Es sind aber auch wieder mehrere regionale Anbieter dabei“, stellt er mit Blick auf die Listen fest. Probleme gibt es während der Meldephase nicht, „weil wir uns alle von den verschiedensten Märkten kennen.“
Am Viehmarkt-Dienstag ist der Wagenfelder schon ganz früh auf den Beinen. „Die ersten Händler reisen bereits vor 5 Uhr an, eine Stunde danach stehen alle Stände, die Vertreter des Veterinäramtes beginnen mit ihrer Arbeit, und wenig später setzt der Besucherstrom ein. Spätestens um 8 Uhr ist das gesamte Viehmarkt-Areal dann rappelvoll“, weiß Hempe aus den Vorjahren.

Von Beginn an hat der 29-Jährige Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Fachteam des Veterinäramtes gelegt. „Sie kontrollieren den allgemeinen Gesundheitszustand der aufgetriebenen Großtiere, lassen sich Impfbescheinigungen von Geflügel und Kleintieren zeigen und verlangen von den Rinder-Händlern den Nachweis der Blutuntersuchungen auf BHV-I-Viren.“ Bei Zuwiderhandlungen seien auch schon Händler wieder weggeschickt worden, erinnert sich Hempe. „Das war allerdings früher. Die Anbieter, die jetzt da sind, halten alle Vorschriften ein“, betont der Organisator, „und wer das nicht macht, der fliegt.“

Wenn am Dienstagmorgen alle organisatorischen Arbeiten erledigt sind, kümmert sich Daniel Hempe um seinen eigenen Verkaufsstand mit Geflügel und Kleinvieh. Schon als Zwölfjähriger ist der Wagenfelder zum ersten Mal mit Hühnern und Kaninchen bei einem Kleintiermarkt aufgezogen. Danach ist er richtig auf den Geschmack gekommen, „weil ich zum Abschluss mehr Geld in der Tasche hatte als zum Auftakt.“ Bis heute betreibt er die Geflügel- und Kleintierzucht mit einer gehörigen Portion Herzblut – zum einen auf dem elterlichen Hof in Wagenfeld, zum anderen bei Bekannten in Düversbruch. ges








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mit Hammer3

Mit Hammer, Nägeln und Maßband

Jährlich wiederkehrendes Ritual für den Brockumer „Vergnügungsausschuss“: Daniel Steiner, Manfred Lübker, Marktmeisterin Nicole Thrien und Freddy Lübker (von links) sind derzeit dabei, auf dem mehr als 70.000 Quadratmeter großen Feier-Areal entlang der Marktstraßen die Standflächen für die mehr als 400 Beschicker des Brockumer Kram- und Vergnügungsmarktes zu markieren. Foto: Scheland

BROCKUM. Die täglichen Telefonate sind für Nicole Thrien inzwischen Routine. Bereits im dritten Jahr bekleidet die Brockumer Mandatsträgerin im Markt-Team den wichtigen Posten der Marktmeisterin. In der Funktion ist sie Ansprechpartnerin für alle Angelegenheiten, die im Zusammenhang mit dem (mindestens) 458. Brockumer Großmarkt stehen. Das weithin bekannte viertägige Volksfest beginnt am Samstag, 29. Oktober, und endet am Dienstag, 1. November, mit dem traditionellen Viehmarkt. Die Marktmeisterin erwartet, ebenso wie die übrigen Brockumer Mandatsträger mit Bürgermeister Marco Lampe an der Spitze, wieder 200.000 Besucher und mehr.

Bei den täglichen Anrufen von Schaustellern aus allen Teilen Deutschlands, die die Marktmeisterin entgegennimmt, geht es überwiegend um freie Standplätze. Freundlich aber bestimmt vertröstet die engagierte Ratsfrau die Anrufer zumeist auf nächstes Jahr: „Probieren Sie es 2017 erneut, für 2016 sind alle Plätze schon lange vergeben.“ Das sagt die Marktmeisterin nicht ohne Grund: „Während der festgelegten Frist bis Ende März sind wieder weit mehr Bewerbungen eingegangen als Plätze zur Verfügung stehen.

Wenn wir alle Anfragen berücksichtigen würden, dann könnten wir schon jetzt die nächsten zwei bis drei Märkte beschicken“, blickt Nicole Thrien auf die Sichtung und Auswertung der Bewerbungen zurück. „Unser Markt scheint für Beschicker wirtschaftlich besonders interessant zu sein“, vermutet die 43-Jährige, „weil schon aus der Vergangenheit bekannt ist, dass bei den Marktbesuchern in Brockum der Euro etwas lockerer sitzt als anderswo.“

Weil der Termin für den Brockumer Großmarkt immer näher rückt, nimmt die ehrenamtliche Tätigkeit für Nicole Thrien täglich mehr an Fahrt auf. Und dabei beschränkt sich die Arbeit nicht nur auf abendliche Telefonate und die Beantwortung von Anfragen am Wochenende. Gemeinsam mit den Ratsmitgliedern Manfred Lübker, Daniel Steiner und Freddy Lübker hat die Marktmeisterin auf dem mehr als 70.000 Quadratmeter großen Festplatz mit einem jedes Jahr wiederkehrenden Ritual begonnen: Das für den Vergnügungsteil des Marktes verantwortliche Ratsquartett ist derzeit dabei, die Standflächen für die mehr als 400 Beschicker des Kram- und Vergnügungsmarktes auszumessen und zu markieren.

Ein Großteil der weißen Markierungspunkte, die Jahr für Jahr mit langen Nägeln in den Schotterboden gerammt werden müssen, sind bereits in der Erde. „An den nächsten Wochenenden machen wir weiter“, wissen die vier Mitglieder des Vergnügungsausschusses, „denn erfahrungsgemäß reisen die ersten Schausteller direkt nach dem Ponymarkt in Hunteburg mit ihren Geschäften bei uns an.“

Mit Hammer, Nägeln und Maßband bewaffnet, machte sich das Ratsquartett beim Auftakt-Treffen an die Arbeit, um nach den beantragten Größenvorgaben der Beschicker die ersten Standflächen zu markieren. „Zunächst messen wir die kleineren Flächen aus, dann folgen die Plätze für die großen Fahr- und Vergnügungsgeschäfte“, beschreibt Nicole Thrien die dringend notwendigen Arbeiten. „Wir bemessen die Flächen so großzügig, dass immer noch kleinere Korrekturen nach oben oder unten möglich sind, wenn die Schausteller ankommen“, ergänzt sie.

Neben einigen schon aus den Vorjahren bekannten Fahrgeschäften erwartet der verantwortliche Ausschuss für den Vergnügungsmarkt auch wieder ein paar neue Attraktionen, die bei den Besuchern vier Tage lang für Nervenkitzel sorgen sollen: Den Freefalltower „The Flash“ beispielsweise oder die Geisterbahn „Scary House“. Das schon weithin sichtbare Wahrzeichen des Marktes aber ist und bleibt das annähernd 50 Meter hohe Riesenrad „Around the World“ der Familie Cornelius.








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Uwe Zirz unterstützt DRK-Sanitäter

Uwe Zirz aus Wunstorf (rechts) ist Facharzt für Unfallchirurgie, Orthopädie und Rettungsmedizin. Bereits zum vierten Mal unterstützt der Mediziner vom Steinhuder Meer DRK-Bereitschaftsleiter Stefan Korte am ersten Tag des Brockumer Großmarktes beim ärztlichen Rettungsdienst. Foto: Scheland

BROCKUM. Für tatkräftige Unterstützung beim Sanitätsdienst beim Brockumer Großmarkt ist Stefan Korte immer dankbar. Ganz besonders für unverhoffte und externe Hilfe. Die hat der in der ostwestfälischen Ortschaft Arrenkamp wohnende Leiter der DRK-Bereitschaft Lemförde bereits vor vier Jahren in Person des 61-jährigen Uwe Zirz aus Wunstorf am Steinhuder Meer erhalten.

Der Facharzt für Unfallchirurgie, Orthopädie und Rettungsmedizin mit eigener Praxis ist verwandtschaftlich eng mit der Gemeinde Brockum verbunden. Dort lebt Schwager Andreas von Rekowski mit seiner Familie, und der gehört schon lange dem örtlichen Marktausschuss an. Als der Rettungsmediziner vor ein paar Jahren anlässlich eines Marktbesuchs in Brockum den Wunsch äußerte, mal einen Blick hinter die Kulissen des Sanitätsdienstes werfen zu wollen, waren die notwendigen Verbindungen schnell hergestellt.

Und nicht minder rasant sagte Uwe Zirz im Gespräch mit Stefan Korte zu, am Eröffnungstag des nächsten Großmarktes den ehrenamtlichen ärztlichen Rettungsdienst zu übernehmen. Seinen ersten Einsatz hatte der Wunstorfer 2013, zur Markteröffnung 2016 kommt er am Samstag, 29. Oktober, bereits zum vierten Mal. „Die Chemie hat auf Anhieb gestimmt“, erinnert sich der Bereitschaftsleiter und freut sich, „dass ich neben den fünf regionalen Notärzten mit einer weiteren Fachkraft planen kann.“ Das sei wichtig, „denn die heimischen Rettungsmediziner sind oft auch beruflich stark eingebunden.“ Deutlich macht Korte zudem, dass es extrem wichtig sei, dass der Dienst ehrenamtlich verrichtet werde.

Für Uwe Zirz ist es immer wieder reizvoll, nach Brockum zu kommen und einen Tag verantwortlichen notärztlichen Dienst zu leisten. „Die Leute hier sind nett, wir werden gut verpflegt, und tolle Gespräche gibt es auch“, freut sich Zirz schon auf seinen nächsten Einsatz. „Und nach Dienstschluss gibt es in der Marktleitung immer noch ein gekühltes Bier und ein Fläschchen Stutenpisse…“, ergänzt er schmunzelnd. Von spektakulären Einsätzen ist der Facharzt aus Wunstorf bisher verschont geblieben. „In einem Jahr gab es mal einen dehydrierten entgleisten Diabetiker, im Jahr darauf musste ein Gallenkranker stabilisiert werden, aber ansonsten war es überwiegend ruhig“, fasst Zirz die schwereren Fälle der Vorjahre zusammen.

„Die Einsatzpläne stehen“, hat Bereitschaftsleiter Stefan Korte die Vorbereitungen für den viertägigen Sanitätsdienst in Brockum bereits abgeschlossen. „Samstag, Sonntag und Montag beginnt unser Dienst in den ehemaligen Umkleiden auf dem Marktgelände jeweils um 10 Uhr und endet, wenn das letzte Fahrgeschäft schließt – in der Regel zwischen Mitternacht und 2 Uhr morgens. Beim finalen Viehmarkt starten wir schon um 7 Uhr. Dafür endet der Dienst dann um 22 Uhr.“ Täglich seien zwischen zwölf und 18 ehrenamtliche Kräfte im Einsatz – Sanitäter, Rettungssanitäter und Rettungsassistenten. Samstags und dienstags am meisten, sonntags und montags etwas weniger. „Jedes Jahr leisten wir hier in Brockum zwischen 700 und 900 ehrenamtliche Stunden“, betont Korte. „Hört sich nicht gerade stressfrei an, ist aber gar nicht so schlimm. Auch deswegen, weil die Zusammenarbeit zwischen DRK und Marktleitung besser kaum sein könnte.“

Mit dem Aufbau und der Einrichtung in den früheren Umkleideräumen starten die Sanitäter wieder am Donnerstag vor Marktbeginn, für den Abbau benötigen sie noch einen halben Tag nach Marktende. „Wir sind hier gut ausgerüstet“, macht Stefan Korte deutlich. Und freut sich, dass die räumliche Enge der Vorjahre beendet ist: „In diesem Jahr wird im Nahbereich des festen Marktgebäudes erstmals ein mobiler Behandlungscontainer eingerichtet.“ Den drei Mal sechs Meter großen Container stellt die Depenbrock Bau GmbH & Co. KG mit Sitz im benachbarten Stemwede unentgeltlich zur Verfügung.

Rückblickend stellte Korte fest, dass es während des viertägigen Dienstes auf dem Großmarkt in den Vorjahren immer zwischen 70 und 90 Einsätze gegeben habe – überwiegend leichtere Blessuren nach Schlägereien, Schnittwunden, Kreislaufprobleme und Fahrten zum Krankenhaus nach Diepholz. „Aber auch Tote hat es schon gegeben“, erinnert sich der 53-Jährige.








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Freestyle

Weit über 500 Aus- und Schausteller

Der Großmarkt aus der Vogelperspektive: Von Samstag, 29. Oktober, bis Dienstag, 1. November, steht die kleine Ortschaft Brockum im Südzipfel des Landkreises Diepholz wieder ganz im Zeichen des viertägigen Volksfestes. Foto: Scheland

BROCKUM. Eine kleine Gemeinde kommt wieder groß raus: Die Ortschaft Brockum, idyllisch am Fuße des Stemweder Berges im Südzipfel des Landkreises Diepholz gelegen, ist mit ihren gerade mal 1.050 Einwohnern Schauplatz für eines der bedeutendsten Volksfeste im nordwestdeutschen Raum – den geschichtsträchtigen Brockumer Großmarkt. Bürgermeister Marco Lampe wird die „fünfte Jahreszeit“ am Samstag, 29. Oktober, um 10.30 Uhr im Beisein vieler Ehrengäste eröffnen, bevor die viertägige Großveranstaltung am Dienstag, 1. November, mit dem finalen Viehmarkt wieder ihre Tore schließt.

Auch bei der (mindestens) 458. Auflage des Brockumer Großmarktes bauen annähernd 400 Schausteller ihre Fahrgeschäfte und Verkaufsstände auf dem Kram- und Vergnügungsmarkt auf. In der Gewerbeschau geben mehr als 80 Handwerksfirmen und Dienstleister aus der Region mit Innovativem und Bewährtem einen Einblick in ihre Leistungskraft, in der Landmaschinenausstellung präsentieren über 70 Aussteller „alles für die Land- und Forstwirtschaft sowie für den privaten Garten“, zum zweiten Mal lockt eine 2015 angegliederte Tierschau besonders Besucher aus dem landwirtschaftlichen Bereich an, und in der inzwischen zwölften Tourismusmesse werben mehr als 30 Aussteller für reizvolle Urlaubsziele in Deutschland und im benachbarten Ausland.

Die weit über 500 Aus- und Schausteller bieten während des Brockumer Großmarktes auf einem mehr als 70.000 Qudratmeter großen Feier-Areal „im Herzen“ der kleinen Gemeinde mit einer gut aufeinander abgestimmten Mixtur aus Krammarkt und Vergnügen, Gewerbe und Maschinen für die Land- und Forstwirtschaft sowie touristischen Attraktionen und einem ebenfalls ausgewogenen Musikprogramm in zwei Event-Tempeln auf dem Marktgelände sowie einem Saalbetrieb am Rande des Platzes große Vielfalt und noch mehr Abwechslung. „Auch in diesem Jahr gibt es fast nichts, was es nicht gibt“, wirbt Ratsvorsitzender Marco Lampe für das „Rundum-Wohlfühl-Programm“ beim Markt.

Zum zweiten Mal wird im westlichen Bereich des Marktplatzes eine Tierschau dazu, für die es schon bei ihrer Premiere im vergangenen Jahr Lob von allen Seiten gab. Erneut haben sich die Brockumer Marktverantwortlichen für die Organisation und Präsentation professionelle Unterstützung mit ins Boot geholt: Die Zucht- und Vermarktungsexperten Martin Seidl und Tobias Bauerreiß von der Bayern-Genetik GmbH. „Die bayerischen Kälber- und Nutzviehprofis l(i)eben Fleckvieh von den Alpen bis ans Meer“, freut sich Lampe auf die erneute Zusammenarbeit bei der Beschickung der Tierschau.

„Tierischer Art“ ist auch der abschließende Höhepunkt der vier Brockumer Volksfesttage: Schon in aller Herrgottsfrühe startet am Dienstag, 1. November, ein nach wie vor sehr lebendiger Viehmarkt. Ein wesentlicher Bestandteil des Marktes mit Kultstatus. „Hier werden Geschäfte nach altem Brauch noch per Handschlag besiegelt“, nennt Bürgermeister Lampe als eine Besonderheit des Finaltages. Aufgetrieben werden nach Angaben der Verantwortlichen wieder eine Vielzahl von Großpferden und Ponys, Rindern, Kälbern, Eseln, Ziegen und Schafen. Dazu kommen Enten, Gänse, Puten, Hühner, Kaninchen und Ziergeflügel der unterschiedlichsten Rassen und Farbschläge. Schon kurz nach dem Tierauftrieb um 6 Uhr treffen die ersten Besucher ein und füllen die Marktstraßen mit pulsierendem Leben.

Bürgermeister Marco Lampe und sein zehnköpfiges Ratsteam haben ihre Besucher-Erwartungen wieder recht hoch angesiedelt: „200.000 werden es wohl werden, vielleicht etwas mehr. Sie reisen aus einem Umkreis von hundert Kilometern und darüber hinaus an.“

Geöffnet sind Gewerbeschau, Landmaschinenausstellung, Tierschau und Tourismusmesse von Samstag bis Montag jeweils von 10 bis 20, am finalen Viehmarkt-Dienstag von 8 bis 20 Uhr. Beim traditionellen „Familientag“ am Montag können die Besucher zum Nulltarif durch die Gewerbezelte und die Landmaschinenschau bummeln. Zudem bieten an dem Tag zahlreiche Beschicker Sonderaktionen für Kinder zu günstigen Preisen an.

Weitere Informationen gibt es online unter www.brockumer-grossmarkt.de








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Marco

Jährlich wiederkehrende Herausforderung

Beantwortet Fragen zum Brockumer Großmarkt: Bürgermeister Marco Lampe. Foto: Scheland

BROCKUM. Eines ist Marco Lampe seit seiner ersten Wahl im Jahre 2011 ganz sicher: Fünf Jahre älter geworden. Mit damals 34 Jahren war er der jüngste Bürgermeister im Bereich der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“. Jetzt hat er gerade sein 39. Lebensjahr vollendet und steht während der konstituierenden Sitzung des Brockumer Gemeinderates vor einer möglichen Wiederwahl.

Derzeit stehen Lampe und sein zehnköpfiges Ratsteam vor einer jedes Jahr wiederkehrenden Herausforderung: Von Samstag, 29. Oktober, bis Dienstag, 1. November, steht die kleine Ortschaft im südlichsten Zipfel des Landkreises Diepholz wieder ganz im Zeichen des Brockumer Großmarktes, der inzwischen mindestens 458. Auflage. Vermutlich stehen schon wieder mehr als 200.000 Besucher in den Startlöchern, um die Eigenarten des bedeutenden Volksfestes hautnah mitzuerleben.

Der Großmarkt allgemein, aber auch der aktuelle Planungsstand und die personellen Veränderungen im Rat sind Gründe genug, um dem Brockumer Bürgermeister ein paar Fragen zur bevorstehenden „fünften Jahreszeit“ in der kleinen Ortschaft Brockum mit ihren gerade mal 1.050 Einwohnern sowie den Besonderheiten des weithin bekannten viertägigen Volksfestes zu stellen.

Frage: Herr Lampe, welches Ergebnis haben die Kommunalwahlen in Brockum gebracht und wie wirken sich die personellen Veränderungen im Rat auf die Organisation des Großmarktes aus?

Lampe: Neun von elf Ratsmitgliedern haben sich erneut der Wahl gestellt. Damit war vorher bereits klar, dass wir mindestens zwei neue Mitstreiter bekommen. Die Brockumer waren mit der geleisteten Arbeit des Rates offensichtlich so zufrieden, dass alle neun Kandidaten des „alten“ Rates erneut das Vertrauen geschenkt wurde. Somit wird unsere Marktleitung in diesem Jahr neben den aktuellen Ratsherren Dirk Fouquet und Sebastian Lüsse von den zukünftigen Mandatsträgern Andro Schmalge und Michael Komnick verstärkt.

Frage: Jedes Jahr überrascht der Marktausschuss mit mindestens einer Neuheit. 2015 war es die auf Anhieb gut gelaufene Tierschau. Wird der Bereich weiter ausgebaut und was dürfen die Besucher noch erwarten?

Lampe: Die Tierschau ist im Jahr 2015 aus unserer Sicht wirklich schon sehr gut gelaufen und was uns gefreut hat, auch von den Besuchern angenommen worden. Trotzdem haben Thorsten Buschmann seitens des Rates und Martin Seidl von der Bayern Genetik ein paar Dinge gefunden, die verbesserungswürdig sind. Eine Vergrößerung ist bei uns ja bekanntlich nicht so einfach. Ich würde daher von einer möglichen Optimierung sprechen.

Frage: Mit der Familie Brügging hat der Rat in der ersten Jahreshälfte neue Betreiber für das frühere Bayernzelt gefunden. Was erwarten Sie von der künftigen Zusammenarbeit mit den Event-Profis aus dem emsländischen Werlte?

Lampe: Viel wichtiger finde ich, was die Marktbesucher vom neuen Festwirt erwarten können. Der Rat hat es sich bei der Ausschreibung und bei dem Wechsel nach fast 30 Jahren mit dem ehemaligen Betreiber Manfred Arlinghaus nicht leicht gemacht. Ein Arbeitskreis und im Anschluss der gesamte Rat haben sich für das Zwei-Zelt-Konzept der Familie Brügging entschieden. Hier gibt es neben der Programmvielfalt im Festzeltbereich auch die Möglichkeit im separaten Restaurationszelt zu verweilen. Das Getränke- und Preiskonzept ist auch auf die Bedürfnisse der Marktbesucher zugeschnitten. Nach dem Markt werden wir sehen, ob es angenommen wurde. Ich persönlich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Familie Brügging.

Frage: Dem Vernehmen nach sollen die Parkplatzgebühren rund um das Brockumer Feiergelände in diesem Jahr angehoben werden. Können Sie dazu etwas sagen?

Lampe: Im Vorfeld des Marktes spricht der Rat mit den unterschiedlichen Gruppen und Organisationen. Bei der Zusammenkunft mit den Parkplatzbetreibern wurde auch über die Gebühren gesprochen. Die Betreiber haben sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, ab diesem Jahr 4 Euro zu erheben. Der Gemeinderat hat auf die Entscheidung keinen direkten Einfluss. Uns war nur wichtig, dass es einheitliche Preise gibt, damit wir nicht in der Marktleitung Fragen beantworten müssen, sondern die Betreiber auf ihren Flächen.

Frage: Sie haben im Zusammenhang mit der 458. Auflage des Brockumer Großmarktes drei Wünsche frei. Welche wären das?

Lampe: Schönes Spätherbst-Wetter, friedliche Besucher und allen Mitgestaltern einen guten Verlauf – an allen vier Tagen.

Weitere Informationen gibt es online auf der Großmarkt-Homepage unter www.brockumer-grossmarkt.de








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Brockumer

Brockumer in Hunteburg

„Tante Luise und Herr Kurt“ verlangen Marco Lampe viel ab Brockumer Bürgermeister am Freitag auf der Bühne beim Hunteburger Ponymarkt Fotos: Scheland

HUNTEBURG/BROCKUM. Der Brockumer Bürgermeister Marco Lampe ist eine Frohnatur. Nicht nur im heimischen Umfeld, sondern auch andernorts. Wie am Freitagabend anlässlich der Eröffnung des 48. Norddeutschen Ponymarkts im nahegelegenen Hunteburg: Beim Auftritt des wortwitzigen Akrobatik-Paares „Tante Luise und Herr Kurt“ ließ sich Lampe von den beiden artistischen Comedians nicht lange bitten, vergrößerte das Stargast-Duo zu einem Trio, ließ sich für seine Einlagen vom Publikum feiern und stieg mit einem „Luftballonhund an der Leine“ wieder von der Bühne.

Der lauteste Beifall kam vom Tisch direkt vor der Bühne. Dort saßen die Brockumer Ratsdelegation und der Lemförder Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe, die schon seit Jahren zu den Ehrengästen der Eröffnungsfeierlichkeiten des dreitägigen Hunteburger Ponymarktes zählen. Ganz zum Schluss seiner langen Begrüßungsliste hatte Heiko Ziegemeier seitens der Gastgeber die Brockumer Marktverantwortlichen im großen Festzelt willkommen geheißen. „Zwischen den Brockumern und uns hat sich Harmonie aufgebaut. Daraus ist im Laufe der Jahre eine feste Freundschaft geworden“, begrüßte Ziegemeier die „Freunde vom Fuße des Stemweder Berges“.

„Tante Luise und Herr Kurt“ hatten sich schon im ersten Teil ihrer Darbietungen konträr zu reinen Artistik-Nummern wunderbar exotisch gezeigt und Wort und akrobatische Kunststücke witzig miteinander verquickt, bevor im zweiten Teil der Brockumer Bürgermeister seinen Auftritt hatte – mal fest auf den Bühnenbrettern, mal schwebend zwischen „Tante Luise“ und „Herrn Kurt“. Was auf den ersten Blick ein wenig waghalsig anmutete, entpuppte sich beim zweiten Hinsehen als routinierte Spieleinlage der beiden norddeutschen Urgesteine mit einem Gast aus dem Publikum. Abschließend erntete das akrobatische Männer-Duo nicht nur anerkennende Blicke, sondern auch kaum enden wollenden Beifall. „Sowas hab ich noch nicht gesehen, große klasse“, waren sich zumindest die Brockumer einig.

„Freundschaften wie diese werden wir noch lange pflegen“, revanchierte sich Marco Lampe im Laufe des stimmungsvollen Eröffnungsabends bei den Gastgebern vom eingetragenen Verein Norddeutscher Ponymarkt Hunteburg. „Drei Wochen vor Beginn unseres Großmarktes ist es wichtig und richtig, in Hunteburg Präsenz zu zeigen und die guten Beziehungen zueinander zu vertiefen“, ergänzte der 39-Jährige.

Das Hunteburger Volksfest mit den Standbeinen Vergnügungs- und Krammarkt, Landmaschinenausstellung und Gewerbeschau strebt mit großen Schritten der 50. Auflage im Jahre 2018 entgegen. Nicht nur der Eröffnungstag am Freitag, sondern insbesondere auch der traditionelle Viehmarkt mit Ponys, Großpferden, Ziegen und Schafen, ein gut bestückter Kleintiermarkt und ein angegliederter Trödelmarkt am Samstag waren hervorragend besucht. Am Sonntagnachmittag lockte wieder eine Modenschau die Besucher ins Festzelt.

In den Gewerbezelten präsentierten sich annähernd 80 Aussteller aus der heimischen Wirtschaft auf einer Fläche von 5.000 Quadratmetern, im Außenbereich zeigten weitere Aussteller Landmaschinen, Traktoren, Autos namhafter Hersteller, Gartengeräte, innovative Technik für Haus, Hof und Garten, Motorräder und, und, und… Insgesamt hat das Feierareal eine Größe von mehr als 20.000 Quadratmetern.

Für die Gäste aus Brockum war der Spaßfaktor am Freitagabend zwar groß, doch in erster Linie waren sie – wie schon in den Vorjahren – als „wandelnde Werbeträger“ für das eigene Volksfest unterwegs. Bürgermeister Lampe wird den (mindestens) 458. Brockumer Großmarkt am Samstag, 29. Oktober, um 10.30 Uhr (im Beisein einer starken Hunteburger Abordnung) eröffnen. Abschließender Höhepunkt ist wieder der finale Viehmarkt am Dienstag, 1. November. Weit über 500 Aus- und Schausteller bieten auf der mehr als 70.000 Quadratmeter großen Festwiese im Herzen der kleinen Ortschaft eine Mixtur aus Kram- und Vergnügungsmarkt, Gewerbeschau und Landmaschinenausstellung, Tourismusmesse und Zuchttierschau.
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Zuschlag für 2-Zelt-Variante

Brügging-Zeltbetriebe aus Werlte bewirtschaften künftig „Das Festzelt“ beim Brockumer Großmarkt Unter Dach und Fach: Der Brockumer Bürgermeister Marco Lampe und Geschäftsführer Jan Brügging (links) von den Brügging-Zeltbetrieben in Werlte unterzeichneten in den vergangenen Tagen den Vertrag über die künftige Bewirtschaftung des großen Festzeltes auf dem Brockumer Großmarkt. Bei der Neu-Vergabe fand das „Zwei-Zelte-Konzept“ der Firma Brügging im Rat der Gemeinde Brockum den größten Zuspruch. Foto: Scheland

BROCKUM. (swa) Bisher hat der Gemeinderat bei der Bewirtschaftung des Bayernzeltes auf dem Brockumer Großmarkt auf Kontinuität gesetzt. Fast drei Jahrzehnte war Manfred Arlinghaus ein zuverlässiger Partner für die Brockumer Markt-Verantwortlichen. Jetzt ist der Vertrag mit dem Lohner Unternehmer ausgelaufen. Künftig vertrauen Bürgermeister Marco Lampe und seine zehn Mitstreiter im ehrenamtlichen Marktausschuss auf die gastronomische Erfahrung der Familie Brügging aus dem emsländischen Werlte. Erstmals bei der 458. Auflage des weithin bekannten Volksfestes, das am Samstag, 29. Oktober, beginnt und am Dienstag, 1. November, mit dem finalen Viehmarkt endet.

Bei der Neu-Vergabe der Bewirtschaftung des bisherigen Bayernzeltes legte Geschäftsführer Jan Brügging das überzeugendste Konzept für Aufbau und Ausstattung des Festzeltes sowie die Programmgestaltung der vier Brockumer Markttage vor. Insgesamt hatten Anfang des Jahres sechs Event-Veranstalter aus der Region in schriftlicher Form ihre konzeptionellen Vorstellungen eingereicht. Angeschrieben hatte der Rat elf Gastronomen.

Anfänglich lagen die Planungen für die Neuvergabe der beiden Veranstaltungszelte in den Händen des Arbeitskreises „Festzelte“, dem neben Bürgermeister Lampe auch Manfred Lübker, Dirk Fouquet, Thorsten Buschmann und Andreas von Rekowski angehören. Die Entscheidung, das „Zelt am Viehmarkt“ für weitere drei Jahre an den bisherigen Betreiber kwb-Veranstaltungen zu vergeben, war im Arbeitskreis und im gesamten Rat unumstritten.

Die Vergabe des zweiten Festzeltes im südlicheren Bereich des Marktgeländes gestaltete sich dagegen schwieriger und zeitintensiver. „Im Vorfeld hatten wir gemeinsam mit dem bisherigen Betreiber schon mehrfach über eine Neugestaltung des Konzeptes nachgedacht“, begründet Bürgermeister Lampe die Überlegungen zur Veränderung der Leistungsanforderungen, „insbesondere auch wegen des rückläufigen Besuchs am Montagabend.“

In mehreren internen Arbeitssitzungen diskutierte der fünfköpfige Arbeitskreis über Für und Wider der eingegangenen Bewerbungen und fokussierte sein Augenmerk auf zwei Konzeptvorschläge. Der gesamte Rat entschied sich letztendlich im Rahmen einer öffentlichen Sitzung im März einmütig für die „Zwei-Zelte-Variante“ der Familie Brügging: Ein 1.250 Quadratmeter großes Veranstaltungszelt, ein separates Restaurationszelt in einer Größe von 450 Quadratmetern sowie eine 400 Quadratmeter große Zeltterrasse.

„Insbesondere das Restaurationszelt ist sehr anspruchsvoll ausgestattet, mit Teppichboden, Polsterstühlen und runden Tischen“, betont Jan Brügging. Er weilte in dieser Woche zur Vertragsunterzeichnung in der Dümmerregion. „Der Terrassenbereich besticht optisch durch viel Grün zwischen den Biergarten- und Loungemöbeln, und das Hauptzelt passt sich in seinem Aussehen den beiden anderen Bereichen an“, verspricht der Event-Profi aus Werlte.

Der Geschäftsführer betreibt die Brügging Zeltbetriebe gemeinsam mit Ehefrau Hannah, den Eltern Hermann und Gisela sowie Bruder Jens und dessen Frau Anja. Das Unternehmen hat eine mehr als hundertjährige Tradition, startete als Getränkegroßhandel und hat sich inzwischen auf die Bewirtschaftung von Zelten bei Veranstaltungen aller Art mit Zelt- und Equipment-Verleih spezialisiert. „Durch den mehrjährigen Zeltaufbau für den bisherigen Bayernzelt-Betreiber ist mir der Brockumer Großmarkt ebenso bekannt wie die Marktverantwortlichen“, nennt Brügging als Beweggründe für seine Bewerbung.

Am Programm für die 458. Auflage des Brockumer Marktes feilt der künftige Festzelt-Betreiber zwar noch ein wenig, doch die wichtigsten Künstler sind verpflichtet: Für den Auftakt am Samstag, 29. Oktober, die „Wiesenthaler Spitzbuam“ und die interaktive holländische Live-Band „Q5 New Style“. Für sonntags, 30. Oktober, die „Oldie Company“ für eine musikalische Reise durch 40 Jahre Musikgeschichte, für montags, 31. Oktober, die „JoJos“ und Zauberer „Stevamino“ für ein buntes Kinderprogramm am Nachmittag sowie die Top-Band „Live Sensation“, das „DJ-Chaos-Team“ und als Special Guest die Sängerin Kerstin Ott am Abend. Am Dienstag, 1. November, stehen während des finalen Viehmarkts schon ab morgens die „Original Blechblos´n“ aus Bayern auf der Bühne. „Die jährliche Modenschau haben wir von montags auf den Sonntagnachmittag vorverlegt, um die Attraktivität des zweiten Markttages zu steigern“, ergänzt Brügging seine Programmplanungen.

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